Geschichte


Am 06.05.1999 erfolgte anlässlich der Sitzung des Bundeszuchtausschusses in Cottbus die Anerkennung des Siamesischen Zwerg-Seidenhuhnes. Nun sind einige Jahre vergangen, doch die Invasion, dass das Siamesische Zwergseidenhuhn ein Renner wird, konnte sich leider nicht in die Realität umsetzen, wobei dieses aparte Zwerghuhn doch nicht nur eine sinnvolle Augenweide ist. Seither sucht es weiter nach engagierten Züchtern.

 

   

     

Was heute unglaublich scheint, ist, dass man vor etwa 100 Jahren selbstverständlich zwischen dunkelhätigen und hellhäutigen Seidenhühner unterschied.

In alter Literatur findet oftmals Hinweise und Abbildungen beider Rassen. Ganz bewusst wurde damals zwischen dem Japanischen Seidenhuhn, dem Siamesischen Seidenhuhn und, man höre und staune, dem Zwerg-Seidenhuhn unterschieden.

In alter Literatur werden die Malakka-Halbinsel in Südostasien als Heimat der Siamesischen Zwergseidenhühnern beschrieben.  Von dort aus soll der Weg über Singapur nach Ostindien und dann nach Europa geführt haben.

 Grundsätzlich sieht es in älteren Büchern immer wieder aus, wie ein zu heiß gewaschenes japanisches Seidenhuhn, mit roter Haut, versteht sich. Allerdings wurde die Rasse früher stets ohne Haube beschrieben, welches sich im Gegensatz zu heute geändert hat.          

Unter der Bezeichnung Deutsche Seidenhühner laufen in den 1620gern weißfleischige Tiere mit grauen Läufen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Deutschen Seidenhühner damals hellhäutig, glattfüßig und normalzehig präsentiert wurden.  

Doch schon um 1900 war die Rasse beinahe ausgestorben

   

 

Nachdem nur noch vereinzelte, wilde Tiere zurückblieben, fielen im Jahre 1989 bei Sven Neumann aus Oyten wegen einer Mutation die ersten Zwerg-Seidenhühner mit hellem Fleisch an. Neben hellem Fleisch, roten Kopfpunkten und weißer Haut zeigten die Tiere hellgraue Läufe, weiße Ohrscheiben und einen fleischfarbenen Schnabel. Eigentlich waren diese für die Küche gedacht und dort wären sie sicherlich auch gelandet hätte es nicht nach dem Studium alter Fachliteratur den Beschluss zur gezielten Weiterzucht gegeben.

Orientierungsgrundlage der „neuen“ Rasse waren die bereits vorhandenen Zwerg-Seidenhühner wobei als entsprechende Unterscheidungsmerkmale neben der hellen Fleisch- und Hautfarbe, den roten Kopfpunkten, gelben Läufen sowie ein gelber Schnabel gefordert werden sollten. Vergleicht man diese Merkmale mit der Beschreibung der damaligen Ausgangstiere bekommt man unweigerlich Bauchschmerzen. Da waren viele Punkte deren Veränderung angestrebt wurde.

Zur Festigung des einmal gesetzten Zieles wurde eine 0,1 Zwerg-Cochin in die Zucht eingestellt. Doch die Tiere verbesserten sich nicht. Es waren nach wie vor die unerwünschten grauen Läufe und graue Flecken auf den Schnäbeln vorhanden. Auch waren einige Küken mit normalfedern befiedert.

Die ersten brauchbaren Tiere mit gelben Läufen und roten Ohrlappen, zu dem seidenfiedrig, traten 1991 aus den Zwerg-Cochin-Kreuzungen auf. Doch es dauerte noch einige Jahre, bis brauchbares herauskam. Nur ca. jedes 10. Küken konnte dieses Ziel erreichen. Der überwiegende Teil, ca. ¾ , hatte fleischfarbene Läufe, der restliche Anteil grüne oder graue. Ein Punkt der die meisten Züchter hätte verzweifeln lassen sofern man nicht von dem ursprünglichen Ziel der gelben Läufe abgelassen und sich auf fleischfarbene umgestellt hätte. Doch nachdem man ungewollt Wyandotten einkreuzte, kamen auch die gelben Läufe. Wenn man an diesem Punkt steht und in den vergangenen Jahren mehrere Hundert Küken im Auslauf und in der Hand gehabt hat will man es als Züchter natürlich wissen. Aber der Teufel steckt meist im Detail, welches sich im Jahr der Entscheidung in Form einer schlechten Befruchtungsquote zeigte und somit fast schon das gesteckte Ziel der schnellstmöglichen Anerkennung wieder in Frage gestellt hätte. Nach noch einigen Jahren kam Routine in die Angelegenheit und die Rasse wurde annerkannt.

 

 

 

 

 

Rasseverbreitung und Zuchtstrategien

Nach einem anfänglichen Boom um die Rasse ist es heute wieder ruhig geworden. Zu ruhig für meinen Geschmack. Nach dem Wegfall mehrerer Liebhaber der Anfangsjahre sucht die Rasse heute dringend neue Züchter.

Die im Rahmen der Zuchttierbestandserfassungen der Jahre 2000, 2005 und 2008 ermittelten Zahlen sprechen insofern eine deutliche Sprache.

 

Erfassungsjahr

Anzahl der Zuchten

Anzahl der Zuchttiere

Gesamte Tierzahl

 

 

1,0

0,1

 

2000

9

20

60

80

2005

21

36

118

154

2008

?

19

58

77

 

 

 

Weitere Infos und Quellen: www.silkies-polands.de